FRITZ KAHN
Uta von Debschitz &
Thilo von Debschitz:
FRITZ KAHN
mit einem Vorwort von Steven Heller
TASCHEN, Köln 2013
dreisprachige Ausgabe
(Englisch, Deutsch, Französisch)
25 x 31,7 cm, Hardcover
392 Seiten, über 350 Abbildungen
39,90 Euro

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Über 350 Bilder auf 392 Seiten:
die wundersame Welt des Dr. Fritz Kahn

Da die weltweit erste Monografie über Fritz Kahn („Fritz Kahn – Man Machine“, SpringerWienNewYork 2009) bereits seit längerer Zeit vergriffen war, veröffentlichten die Geschwister Uta und Thilo von Debschitz am 29. September 2013 – dem 125. Geburtstag des populärwissenschaftlichen Autors – eine komplett überarbeitete und stark erweiterte Neuauflage: Der Bildband „FRITZ KAHN“ (Taschen, 2013) bietet einen noch tieferen Einblick in sein gestalterisches Schaffen. Über 350 Abbildungen auf 392 Seiten laden den Leser ein, sich ein eigenes Bild von Fritz Kahn und seinem Werk zu machen.

Kernstück der Neuauflage ist der umfangreiche Bildteil mit über 280 Illustrationen in zwanzig Kapiteln, die sich größtenteils an Kahns eigener Systematik orientieren. Gezeigt wird eine Auswahl der interessantesten Abbildungen aus Kahns Gesamtwerk sowie einige noch erhaltene Originalillustrationen. Im Mittelpunkt stehen visuelle Analogien und Metaphern sowie grafisch oder inhaltlich besonders faszinierende Arbeiten. Um ihre Ausdruckskraft zur Geltung zu bringen und Verwandtschaften zwischen den Bildern erkennbar zu machen, wurden die Illustrationen aus dem Textverbund gelöst und ähnlich einer Sammelmappe neu zusammengestellt. Die meist stark vergrößerten Abbildungen lassen die visuelle Überwältigung erahnen, die Kahns außergewöhnlich reich und hochwertig illustrierte Bücher bei seinen ersten Lesern auslösten. Ausführliche Original-Bildunterschriften erleichtern den Zugang zum Inhalt der Bilder, aber auch zu Kahns Denkweise und zu den Vorstellungen seiner Zeit.

Wie unterhaltsam Fritz Kahn sein wissbegieriges Publikum zu belehren verstand, zeigt die bildhafte Sprache und stilistische Vielfalt seiner Zeitschriftenartikel. Die Monografie stellt drei programmatische Texte als Transkriptionen vor und mehrere illustrierte Zeitungsartikel mit jeweils zwei Originalseiten aus den zwanziger bis vierziger Jahren.

Eingerahmt werden Kahns Arbeiten von einem Vorwort des New Yorker Designhistorikers und Journalisten Steven Heller, einer Einführung zu Kahns beruflicher Laufbahn und Arbeitsweise sowie biografischen und bibliografischen Hintergrundinformationen. Somit präsentiert die Monografie einen Überblick über Kahns gestalterisches Werk, das damals wie heute durch außergewöhnliche Vielschichtigkeit und Lebendigkeit fasziniert.

man_machine_buch

Uta von Debschitz &
Thilo von Debschitz:
Fritz Kahn – Man Machine
mit Beiträgen von Cornelius Borck
und Miriam Eilers
SpringerWienNewYork, Wien 2009
zweisprachige Ausgabe
(Englisch, Deutsch)
20,5 x 27 cm, Hardcover
208 Seiten, 260 Abbildungen
– vergriffen! –

Vom Zufallsfund zum Buchprojekt

Es begann vor gut 30 Jahren: Nach dem Abitur plante Uta von Debschitz eine längere Reise nach Amerika. Eine israelische Freundin ihrer Mutter vermittelte ihr den Kontakt zu einem älteren Ehepaar in Brooklyn – Emanuel und Shoshana Kahn –, bei denen sie zwei Wochen zu Gast war. Fast zehn Jahre später absolvierte Utas Bruder Thilo von Debschitz ein Praktikum in einer New Yorker Designagentur, auch er besuchte das Ehepaar Kahn, und die Familien blieben seither in freundschaftlichem Kontakt. Von Emanuels Hintergrund wussten Uta und Thilo bis dahin nur, dass er in Berlin aufgewachsen, nach Hitlers Machtübernahme von seinem Vater Fritz ins Ausland gebracht und schließlich mit seinen Eltern nach Palästina emigriert war.

Im Frühjahr 2008 erhielt Thilo, der inzwischen eine eigene Designagentur leitete, von einer Kundin eine rumänische Designzeitschrift als Papier­muster. In diesem Heft entdeckte er faszinierende Darstellungen des menschlichen Körpers aus den zwanziger Jahren und stutzte, als er las: „Fritz Kahn (1888-1968)“. Konnte das der Vater von Emanuel sein? Thilo schickte die Bilder an Uta, mit der er kurz zuvor ein Fotobuch veröffentlicht hatte. Uta arbeitete zu diesem Zeitpunkt an einem populärwissenschaftlichen Bildband und meinte spontan: „Wenn es von diesen Illustrationen noch mehr gibt, dann machen wir ein Buch darüber!“

Bei diesem Fritz Kahn handelte es sich tatsächlich um Emanuels Vater, er hatte seine Familie aber früh verlassen. Daher kannte Emanuel sein Werk nicht näher und zeigte zunächst auch kein Interesse daran. Weil auch sonst kaum jemand etwas über Fritz Kahn wusste und im Internet nur wenige Illustrationen kursierten, begannen Thilo und Uta mit einer intensiven Spurensuche: Sie erwarben Kahns Bücher in internationalen Antiquariaten, spürten Nachlässe und Zeitzeugen auf und rekonstruierten Kahns Biografie. Währenddessen lernten sie Gestalter und Wissenschaftler kennen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven ebenfalls mit Kahns Werk beschäftigten. Auch Emanuels Neugier war durch die Recherche­ergebnisse geweckt, und er unterstützte die Geschwister mit einer umfassenden Bildnutzungsgenehmigung.

Uta und Thilo konzipierten daraufhin einen zweisprachigen Bildband, der Kahns lllustrationen wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Bei SpringerWienNewYork, dem auf Architektur und Design spezialisierten Ableger des renommierten Wissenschaftsverlages, wurde das Buch 2009 realisiert und war nach zweieinhalb Jahren vergriffen. Da das Interesse an Kahns Werk weiter zunahm, Uta es inzwischen bildwissen­schaftlich erforschte und auch Thilo weitere Original-Illustrationen und Dokumente ausfindig gemacht hatte, folgte 2013 die komplett überarbeite, stark erweiterte und dreisprachige Neuauflage.