{"id":1680,"date":"2013-08-21T17:01:24","date_gmt":"2013-08-21T15:01:24","guid":{"rendered":"http:\/\/beta.fritz-kahn.com\/person\/"},"modified":"2013-08-21T17:01:24","modified_gmt":"2013-08-21T15:01:24","slug":"person","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/person\/","title":{"rendered":"Person"},"content":{"rendered":"<div class=\"one_third\"><\/p>\n<p><div id=\"attachment_666\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/ArthurHedwigFritzKahnca1910.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-666\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-666\" alt=\"Fritz Kahn mit seinen Eltern, Berlin, ca. 1914\" src=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/ArthurHedwigFritzKahnca1910_s.jpg\" width=\"342\" height=\"237\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-666\" class=\"wp-caption-text\">Fritz Kahn mit seinen Eltern, Berlin, ca. 1914<\/p><\/div><\/p>\n<p><div id=\"attachment_667\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DasLebenDesMenschen3.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-667\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-667\" alt=\"Das Leben des Menschen III, Stuttgart 1927 (2. Auflage)\" src=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/DasLebenDesMenschen3_s.jpg\" width=\"342\" height=\"492\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-667\" class=\"wp-caption-text\">Das Leben des Menschen III, Stuttgart 1927 (zweite Auflage)<\/p><\/div><\/p>\n<p><div id=\"attachment_669\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/TriestSchiff.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-669\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-669\" alt=\"Fritz Kahn bei seiner endg\u00fcltigen R\u00fcckkehr nach Europa, 1956\" src=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/TriestSchiff_s.jpg\" width=\"342\" height=\"237\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-669\" class=\"wp-caption-text\">Fritz Kahn bei seiner endg\u00fcltigen R\u00fcckkehr nach Europa, 1956<\/p><\/div><\/p>\n<p><div id=\"attachment_668\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Munkerup.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-668\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-668\" alt=\"Fritz Kahn, Munkerup, 1967\" src=\"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Munkerup_s.jpg\" width=\"342\" height=\"381\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-668\" class=\"wp-caption-text\">Fritz Kahn, Munkerup, 1967<\/p><\/div><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"two_third last\"><\/p>\n<h1>Fritz Kahn:<br \/>\nverehrt, verjagt, vergessen \u2013 und wiederentdeckt<\/h1>\n<p>Fritz Kahn (1888\u20131968) war ein Berliner Arzt und popul\u00e4rwissenschaftlicher Autor, der Bau und Funktionsweise des menschlichen K\u00f6rpers auf einzigartige Weise veranschaulichte. Sein Hauptwerk \u201eDas Leben des Menschen\u201c (1922\u20131931) begeisterte nicht nur Laien, sondern auch Wissenschaftler durch seine visuellen Analogien und Metaphern, die au\u00dfergew\u00f6hnlich ausdrucksstark und zeitgem\u00e4\u00df gestaltet waren.\u00a0<\/p>\n<p>Um die Neugier seiner Leser auf naturwissenschaftliche und anthropologische Themen zu wecken, versuchte Kahn, inhaltlich und gestalterisch gleicherma\u00dfen auf der H\u00f6he seiner Zeit zu sein. Der \u00fcberwiegende, eher konventionell gestaltete Teil der Illustrationen entstand nach seinen Vorgaben in der Grafikabteilung des Verlags. Bei den komplexeren Bildern arbeitete Kahn mit freischaffenden Malern, Architekten und Grafikern zusammen, die seine Ideen stilistisch sehr vielf\u00e4ltig umsetzten. Ein ber\u00fchmtes Beispiel ist das fast lebensgro\u00dfe Plakat \u201eDer Mensch als Industriepalast\u201c (1926). Diese konzeptuelle Art der Illustration wurde zu Kahns Markenzeichen und gilt heute als Pionierleistung des Informationsdesigns.<\/p>\n<p>Nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten musste Fritz Kahn Deutschland verlassen, seine Werke wurden verboten und verbrannt. Er emigrierte nach Pal\u00e4stina, sp\u00e4ter in die USA, und publizierte in einem Schweizer Verlag weiterhin erfolgreich zu naturwissenschaftlichen Themen. Obwohl sich Kreative in aller Welt von Kahns Visualisierungen inspirieren lie\u00dfen, musste er selbst nach Kriegsende gestalterischen Vorgaben folgen, und so geriet sein Name langsam in Vergessenheit. Inzwischen zeigen u. a. tausende Links im Internet, vielf\u00e4ltige gestalterische Zitate und zunehmende Erw\u00e4hnungen in der Forschungsliteratur ein neu erwachtes Interesse an seinen Visualisierungen.\u00a0<\/p>\n<p>Fritz Kahn wieder sichtbar und sein innovatives Werk als lebendigen Teil der modernen Kulturgeschichte begreifbar zu machen, ist das Ziel dieser Website und des monografischen Bildbandes \u201eFritz Kahn\u201c.<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<h1>Grenzg\u00e4nger zwischen den Welten:<br \/>\nKurzbiografie Fritz Kahn<\/h1>\n<p><em>Erste Eindr\u00fccke: Halle \u2013 Hoboken \u2013 New York City<\/em><br \/>\nFritz Kahn wird am 29. September 1888 in Halle geboren. Wie sein Vater, der Arzt und Schriftsteller Arthur Kahn, ist Fritz sehr vielseitig begabt und interessiert. Er w\u00e4chst in j\u00fcdisch-orthodoxer Tradition und mit einer humanistischen Bildung auf. Die Familie wandert in die USA aus, kehrt aber drei Jahre sp\u00e4ter nach Deutschland zur\u00fcck.<\/p>\n<p><em>Endlich ein Zuhause: Hamburg \u2013 Halle \u2013 Bonn \u2013 Berlin<\/em><br \/>\nNach mehreren Ortswechseln l\u00e4sst sich die Familie Kahn in Berlin-Charlottenburg nieder. Fritz studiert Medizin und verschiedene Natur- und Geisteswissenschaften, spezialisiert sich schlie\u00dflich auf Gyn\u00e4kologie. Nebenbei schreibt er popul\u00e4rwissenschaftliche Artikel f\u00fcr \u00fcberregionale Zeitungen.<\/p>\n<p><em>An der Front: Elsass \u2013 Vogesen \u2013 Norditalien<\/em><br \/>\nW\u00e4hrend des ersten Weltkriegs dient Fritz Kahn als Sanit\u00e4tsarzt. In seiner Freizeit verfasst er sein erstes, enorm erfolgreiches Buch \u201eDie Milchstra\u00dfe\u201c. Nach Kriegsende ist er so krank und unterern\u00e4hrt, dass er zur Erholung nach Algerien geschickt wird.<\/p>\n<p><em>Ruhm und Verfolgung: Berlin<\/em><br \/>\nZur\u00fcck in Berlin arbeitet Kahn als Chirurg und Geburtshelfer an einem Krankenhaus und gr\u00fcndet eine Familie. Er ver\u00f6ffentlicht die Erfolgstitel \u201eDie Zelle\u201c und \u201eDie Juden als Rasse und Kulturvolk\u201c, durch die f\u00fcnfb\u00e4ndige Buchreihe \u201eDas Leben des Menschen\u201c wird er zum gefeierten Bestsellerautor. Im zunehmend antisemitischen Klima der 1920er Jahre gr\u00fcndet Kahn eine j\u00fcdisch-humanistische Loge und \u00fcbernimmt den Vorsitz der J\u00fcdischen Altershilfe. Weil er die Werte der Aufkl\u00e4rung vertritt, wird der \u00fcberzeugte Pazifist bereits 1933 aus Deutschland ausgewiesen. Seine B\u00fccher werden von den Nationalsozialisten verbrannt, beschlagnahmt und auf die \u201eListe des sch\u00e4dlichen und unerw\u00fcnschten Schrifttums\u201c gesetzt.<\/p>\n<p><em>Auf der Flucht: Jerusalem \u2013 Neuilly-sur-Seine \u2013 Bordeaux \u2013 Lissabon<\/em><br \/>\nFritz Kahn emigriert nach Pal\u00e4stina, sp\u00e4ter zieht er mit seiner zweiten Frau nach Neuilly-sur-Seine. Ein Verlag in der Schweiz erm\u00f6glicht ihm, weiter erfolgreich zu publizieren, und ver\u00f6ffentlicht 1937 Kahns international erfolgreichstes Buch \u201eUnser Geschlechtsleben\u201c. Wenig sp\u00e4ter erscheinen zwei Neufassungen von \u201eDas Leben des Menschen\u201c: In Deutschland werden Kahns Illustrationen f\u00fcr eine Zusammenfassung mit rassistischem Zusatzkapitel missbraucht und in der Schweiz ver\u00f6ffentlicht Kahn seine eigene \u00dcberarbeitung \u201eDer Mensch gesund und krank\u201c mit zahlreichen neuen Illustrationen. Nach der Besetzung Frankreichs flieht Kahn nach Bordeaux und wird kurze Zeit sp\u00e4ter interniert. \u00dcber Portugal kann er 1941 mit Hilfe seines Freundes Albert Einstein und des Emergency Rescue Committees in die USA entkommen.<\/p>\n<p><em>Im Exil: New York City<\/em><br \/>\nDie amerikanischen \u00dcbersetzungen \u201cThe Cell\u201d, \u201cOur Sex Life\u201d und vor allem \u201cMan in Structure and Function\u201d erleichtern Fritz Kahn zun\u00e4chst den Neuanfang in den USA. In der Nachkriegszeit kann er dort jedoch aus politischen und kulturellen Gr\u00fcnden keine neuen B\u00fccher ver\u00f6ffentlichen, seine Erfolgstitel \u201eDas Atom\u201c und \u201eDas Buch der Natur\u201c erscheinen in der Schweiz (kombinierte US-Ausgabe \u201eDesign of the Universe\u201c).<\/p>\n<p><em>Zur\u00fcck in Europa: Ascona, Lugano \u2013 Munkerup \u2013 Locarno<\/em><br \/>\n1956 kehrt Fritz Kahn mit seiner neuen Lebensgef\u00e4hrtin nach Europa zur\u00fcck und l\u00e4sst sich in der Schweiz nieder. Hier verfasst er unter anderem den Eheratgeber \u201eMuss Liebe blind sein?\u201c. Nachdem er 1960 in Marokko ein schweres Erdbeben \u00fcberlebt hat, wohnt und arbeitet Kahn in D\u00e4nemark. Er entwickelt stetig neue Projekte, kann aber au\u00dfer \u201eThe Human Body\u201c (\u201eDer menschliche K\u00f6rper\u201c), das 1965 als moderner Bildband in den USA erscheint, nichts mehr ver\u00f6ffentlichen. Mit 79 Jahren reist der inzwischen schwer kranke Autor zum \u00dcberwintern ins Tessin. Am 14. Januar 1968 stirbt Fritz Kahn in einer Kurklinik in Locarno, seine Asche wird im Lago Maggiore verstreut.<\/p>\n<\/div><div class=\"clearboth\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"page-full-width.php","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1680"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1680\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fritz-kahn.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}